Blümchen's Letter to FansIn this handwritten letter, written in late 2000 after deciding to retire as Blümchen, Jasmin Wagner reflects on early moments in her career and how much she appreciates her fans.
TranscriptionDie letzte Klappe ist gefallen. So, das war mein letzter Videodreh als Blümchen. Ich dachte, es würde mir leichter fallen, die ganze Sache geht mir doch sehr viel näher, als ich mir je hätte vorstellen können, nicht zuletzt wegen des Titels der Single „Ich vermisse Dich“. Ich denke, daß ich genau in der richtigen Stimmung bin, um euch zu schreiben. Ich sitze allein zu Hause in meinem Zimmer. Nun, da ich weiß, daß die Tage gezählt sind, an denen ich als Blümchen auf der Bühne stehen werde, kommen natürlich gerade in dieser Zeit viele Erinnerungen in mir hoch – Gefühle von Furcht bis Stolz – Momente, die ich nie vergessen werde. Einer dieser Momente war mein allererster Auftritt. In einer Diskothek in der Nähe von Hamburg. Wir fuhren schon Mittags los, um rechtzeitig für den Soundcheck da zu sein. Mir ging es richtig gut an diesem Tag, die Sonne schien und ich war zu diesem Zeitpunkt total verknallt. Doch als ich dann auf der Bühne stand, hatte ich auf einmal nur noch Angst und ich brachte keinen Ton mehr raus. Ich glaube, ich habe mich noch nie so allein gefühlt, wie in diesem Augenblick. Aus meiner Verzweiflung heraus, fing ich an zu weinen. Es sollten nicht die letzten Tränen sein, aber sie waren es alle wert. Ich stand nur vor meinem hilflos dreinschauenden Produzenten, der sein Bestes versuchte, um mir wieder Mut einzuflößen. Ich war froh, das er da war. Am Abend war es dann soweit. Ich war umgezogen, geschminkt und hatte mir Zöpfe geflochten, in die ich meine gelben Mini-Sonnenblumen gesteckt hatte. Ich fühlte mich immer noch nicht wohl, aber ich hatte beschlossen, das Beste daraus zu machen. Die Musik des Intros erklang, meine Tänzer waren schon auf der Bühne und mein Einsatz nahte. Mein ganzer Körper war angespannt vor Nervosität, als ich auf die Bühne ging. Ich stand mit dem Rücken zum Publikum. Als ich mich endlich traute mich umzudrehen, merkte ich, daß ich nicht allein war, denn da waren meine Fans. So viele Menschen, die gekommen waren, mich zu sehen. Ich war überwältigt und konnte nicht richtig verstehen, was sie an mir fanden. Und das erste Autogramm. Plötzlich stand vor mir ein Junge, der ein Autogramm von mir wollte. Ich habe ihn angeschaut, als ob er ein Außerirdischer sei. Was um Himmelswillen kann der mit so 'ner Unterschrift von mir anfangen? Der muß einfach einen Knall haben! Na schön, habe ich mir gedacht und kritzelte los. Ich habe möglichst unleserlich geschrieben, weil ich mir dachte, das so ein echtes Autogramm aussehen müßte. Jetzt freute sich der Fan auch noch fierisch und ich konnte einfach nicht begreifen, wieso. Hätte mir damals jemand erzählt, daß ich einmal Autogrammstunden-Touren machen würde, hätte ich diese Person nur ausgelacht! Warum sollten Leute meinetwegen irgendwo hinkommen? Als mein Lied „❤ an ❤“ in die Charts ging, veränderte sich mein Leben. Die Welt wie ich sie kannte, wurde fremd. Das, was vor mir lag, schien noch viel befremdlicher. Ein Zwiespalt, in dem ich sehr verloren war, aber es wuchs auch etwas in mir. Etwas, daß mich sehr stark machte, eine Stimme – die Stimme all meiner Fans – wurde immer lauter und lauter und ich wußte, das ich weiter machen würde. Das es das ist, was ich machen wollte. Und ich habe es nie bereut! Das erste Mal mein Lied im Radio, ich auf dem Bildschirm, in den Sendungen, in denen vorher meine Lieblingsstars zu Gast waren und die erste Bravo mit mir auf der Titelseite… Jede Menge Gänsehaut! Es gibt so viel nennenswertes! So viel unbeschreiblich schönes, das ich erleben durfte. Ich habe fast die ganze Welt kennengelernt, durfte atemberaubende Preise entgegennehmen und immer wieder wurde ich durch euren Applaus belohnt. Wie soll ich beschreiben, was in mir vorgeht, wenn ich euren Jubel höre? Ich kann euch einfach nur bedanken für all die Briefe, Geschenke, Gedanken und die Zeit, die ihr mir gewidmet habt. Ihr wart auch da, als ich durch schwierige Zeiten ging und viele Hürden nehmen mußte. Auf eure Unterstützung konnte ich immer zählen. Am liebsten erinnere ich mich an meine Tourneen. Das waren immer unvergeßliche Ereignisse, denn ihr habt sie dazu gemacht. Auf welche schönere Weise könnte ich mich von euch verabschieden, als mit meiner Tournee im Januar und Februar!? Ich freue mich auf euch! So, jetzt gehe ich schlafen – Kräfte sammeln. Ich habe noch viel vor! Liebe Grüße English TranslationThe final take is done. So, that was my last video shoot as Blümchen. I thought it would be easier for me, but the whole thing affects me far more deeply than I ever could have imagined, not least because of the title of the single “Ich vermisse Dich” (“I Miss You”). I think I’m in just the right mood to write to you. I’m sitting alone at home in my room. Now that I know the days are numbered on which I will stand on stage as Blümchen, naturally a lot of memories are coming back to me now—feelings ranging from fear to pride—moments I will never forget. One of those moments was my very first performance. In a discotheque near Hamburg. We left at midday to arrive in time for the soundcheck. I felt really good that day, the sun was shining, and at that time I was totally in love. But when I stood on the stage, suddenly I felt nothing but fear, and I couldn’t get a single note out. I don’t think I’ve ever felt as alone as in that moment. Out of sheer desperation, I started to cry. They wouldn’t be the last tears, but they were all worth it. I just stood there in front of my helplessly-staring producer, who did his best to encourage me again. I was glad he was there. By evening, the moment had come. I had changed clothes, put on makeup, and braided my hair into pigtails, into which I had tucked my little yellow mini-sunflowers. I still didn’t feel good, but I had decided to make the best of it. The intro music started playing, my dancers were already on stage, and my cue was coming up. My whole body was tense with nervousness as I went onto the stage. I stood with my back to the audience. When I finally dared to turn around, I realized that I wasn’t alone, because there they were—my fans. So many people who had come to see me. I was overwhelmed and couldn’t really understand what they saw in me. And then the first autograph. Suddenly a boy was standing in front of me who wanted an autograph from me. I looked at him as if he were an alien. What on earth could he want with a signature from me? He must be totally crazy! “Fine,” I thought to myself, and started scribbling. I wrote as illegibly as possible because I thought that's how a real autograph needed to look. And now the fan was even thrilled, and I simply couldn’t understand why. If someone had told me back then that I would one day be doing autograph-signing tours, I would have just laughed at them! Why would people come somewhere because of me? When my song “❤ an ❤” (Heart to Heart) entered the charts, my life changed. The world as I knew it suddenly felt foreign. What lay ahead of me seemed even stranger. A conflict in which I felt very lost, but something also began to grow inside me. Something that made me very strong, a voice—the voice of all my fans—grew louder and louder, and I knew that I would keep going. That this was what I wanted to do. And I have never regretted it! The first time I heard my song on the radio, saw myself on TV, on the shows where my favorite stars had once been guests and the first Bravo with me on the cover… so many goosebumps! There is so much worth mentioning! So many indescribably beautiful things that I had the chance to experience. I got to know almost the whole world, received breathtaking awards, and again and again I was rewarded with your applause. How can I describe what happens inside me when I hear your cheering? I can only thank you for all the letters, gifts, thoughts, and the time you’ve given me. You were there even when I went through difficult times and had to overcome many obstacles. I could always count on your support. What I love remembering most are my tours. They were always unforgettable events, because you made them that way. What more beautiful could I say goodbye to you than with my tour in January and February!? I’m looking forward to seeing you! So, now I’m going to sleep—gather my strength. I still have a lot ahead of me! With love, |





